Fotorückblick #3: Novembergold und Sommerhitze

Kaum zu glauben, dass seit dem letzten Eintrag und meinem Fotorückblick #2 bereits zwölf Tage vergangen sind. Nun ist wirklich schon Mitte November. Mit kälteren Nächten und Hochnebel. Viele Leute klagen, der Monat sei noch trister als in den vergangenen Jahren. Das muss am Corona-Blues liegen. Tatsächlich gab es viele Stunden, in denen die Sonne von einem unfassbar blauem Himmel strahlte und spät am Nachmittag alles mit Gold übergoss.

Ich habe mir vor Monaten eine Jahreskarte für den Berggarten hier in Hannover gegönnt, mit der Absicht, dort häufiger zu fotografieren. Es gibt in diesem botanischen Garten die verschiedensten Pflanzen und Biotope und somit auch viele Insekten.

Tatsächlich habe ich das mit dem Fotografieren nur ein einziges Mal geschafft. Vergangene Woche.

Und dann war ich auch noch zu spät.

Der Berggarten schließt zurzeit um 16:30 Uhr. Ich hatte vorher nicht darauf geachtet und mein Stativ gerade aufgebaut, da musste ich schon wieder gehen. Trotz der Eile habe ich ein paar Fotos mitgenommen:

Leider weiß ich nicht, von welcher Pflanze diese Samenstände sind. Ich versuche im nächsten Sommer daran zu denken, mir ihre Blüten anzuschauen.

Hitze auf dem Balkon und seltener Regen

Wie schnell wir uns doch an ewigen Sonnenschein gewöhnen. Im Rückblick auf diesen Sommer fallen mir kaum Tage ein, an denen ich Regenjacke oder Schirm gebraucht habe.

Der Sommer hier im Norden war schön. Trotz Corona war es leicht, sich zu verabreden, sich draußen zu treffen, im Café oder abends im Grünen am Fluss.

Auf unserem Balkon war es an manchen Tagen fast unerträglich heiß.

Die Sonne kommt hier am Vormittag um die Hausecke und bleibt bis zum Abend, die letzten Strahlen verschwinden gegen 19 Uhr. Stundenlang steht die Sonne auf der Häuserwand, heizt Blumenkübel und Balkonbretter auf.

Die Bienen lieben das. Viele Pflanzen aber mögen das gar nicht. Vor allem, wenn sich ihre Wurzeln in dunklen Kunststofftöpfen stark erwärmen. Manche stellen dann das Wachstum ein.

An den wenigen Regentagen konnte man richtig sehen, wie die Pflanzen aufatmeten. Sie wechselten von stumpf zu leuchtend Grün.

Vielleicht hatte der Regen aber auch nur den Staub von Blüten und Blättern gespült.

Ist er nicht schön, der Malabarspinat? Man nennt ihn auch Indischen Spinat. In vielen tropischen Ländern wird das Schlinggewächs als Gemüse kultiviert. Ich habe ein paar Pflänzchen im Frühjahr aus Saatgut gezogen, in der Hoffnung, dass sie dem Klima auf unserem Balkon trotzen.

Rückblickend würde ich sagen, der Malabar hat den Test bestanden. Übrigens auch in der Küche. Allerdings mussten wir uns an die fleischige Konsistenz der Blätter etwas gewöhnen.

Auch die Tomaten fanden die Hitze im Sommer famos und haben unzählige Blüten produziert. Zur Freude der Hummeln wuchsen sie weit über den Balkon hinaus, sodass die kleinen Bestäuber ungestört den Pollen aus den Blüten schütteln konnten. Wir kamen an die Tomaten ohne Leiter zwar nicht mehr heran, aber das war uns egal. So viele Früchte!

Die Nachzügler reifen jetzt nach im Küchenregal, gemeinsam mit einem Apfel in Zeitungspapier verpackt.

Flugverkehr auf dem Balkon …

Bei praller Sonne überlassen wir den Balkon auch gerne mal den Insekten. Vor allem wenn die Rostroten Mauerbienen (Osmia cornuta) unterwegs sind, ist hier oben ganz schön was los.

Rostrote Mauerbiene

Diese Wildbienen fliegen bis Anfang Juni und bevölkern als zweite Art neben den Gehörnten Mauerbienen (Osmia bicornis) unsere Nisthilfe. Meist bekomme ich die männlichen Tiere vor die Kamera, wie hier im Anflug auf einen blühenden Rosmarin oder nektarsaugend an der Blüte einer Scilla:

Die Männchen erkennt man gut an den hellen Gesichtshaaren. Es sieht ein wenig so aus, als trügen sie einen weißen Bart. Außerdem sind sie kleiner als die Weibchen.

Es kommt häufiger vor, dass wir in ihre Einflugschneise geraten. Erst recht, wenn wir länger nicht zu Hause waren. Tagsüber vergessen uns die Bienen und wundern sich, wenn wir plötzlich wieder im Weg sitzen.

… und Libellen am See

Als im Mai die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen endlich stabil unter 1.000 Fällen lag, haben auch wir uns wieder mehr verabredet.

In der Natur hatte ich oft die Kamera dabei.

An Himmelfahrt war es so heiß, dass wir es nur im Schatten ausgehalten haben. Den Libellen am Waldsee bei Langenhagen hat die Hitze allerdings nichts ausgemacht:

Libellen an einem Grashalm

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr ich für dieses Foto geschwitzt habe. Was ihr hier seht, nennt sich Paarungsrad. Es war das erste Mal, dass ich so etwas selbst gesehen habe. Besonders beeindruckend ist, dass Libellen in dieser Stellung sogar fliegen können.

Was ich häufiger bei Insekten beobachte, wenn ich sie an Gräsern sitzend fotografiere: wenn sie sich gestört fühlen, fliegen sie entweder weg oder versuchen sich zu verstecken. Diese Libellen sind im Tandem hinter ihrem Halm in Deckung gegangen:

Libellen von vorne

Ob sie geahnt haben, wie komisch das aussieht?


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