Schmetterlinge: Seltene Besucher auf dem Balkon

Kohlweißlinge waren in meiner Kindheit Allerwelts-Schmetterlinge. Zum Sommer gehörten sie für mich, wie die Stubenfliegen im Wohnzimmer. „Kohlfalter“, wie wir sie nannten, hatten kein gutes Image. Ihre Raupen fraßen sich im Gemüsegarten meiner Eltern satt. Sie wurden abgesammelt, die Schmetterlinge verjagt,

Heute freue ich mich über jeden Schmetterling, den ich sehe. Ob Tag- oder Nachtfalter: Das Insektensterben betrifft auch sie. Schmetterlinge sind seltene Besucher auf unserem Balkon.

Darum war ich ganz begeistert, dass auf unserem Balkon heute Nachmittag gleich zwei verschiedene Schmetterlings-Arten vorbei kamen. Zuerst ein Kohlweißling, der zwischen gelben Rucola-Blüten und Blutweiderich pendelte.

Besonders schön war dann aber dieser Genosse hier: ein Faulbaumbläuling (Celastrina argiolus), auch Gartenbläuling genannt.

Faulbaumbläuling sitzt auf Blatt

Auf diesen Fotos ist nur zu erahnen, dass er blassblaue Flügeloberseiten hat.

Faulbaumbläuling saugt Nektar in Blutweiderich

Schon wenig später waren sie zu zweit – nun ist das schöne Blau besser zu sehen. Leider waren sie etwas zu hektisch für mein Makroobjektiv und sind nicht ganz scharf geworden.

Zwei Faulbaumbläulinge im Blutweiderich

Gespannt bin ich, ob sich an den Brennnesseln etwas tut, die ich im Frühjahr im Park ausgegraben und in einen Pott unter den Schmetterlingsflieder gesetzt habe. Sie sollen Schmetterlingsraupen als Nahrung dienen. Die Nesseln können zum Glück durch die Brüstung wachsen und haben uns bislang nicht gestört. Vielleicht hat der Kohlweißling seine Eier dort schon platziert. Die Rucola-Blüten im Topf darüber haben ihm jedenfalls gut gefallen.


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