Die Geburt vom kleinen Glück

Irgendwann im Mai. Aus einem kleinen grauen Kerl wird bald ein wunderschöner Käfer. Wollt ihr wissen wie?

Frisch geschlüpfter Siebenpunkt-Marienkäfer (Lave eine Siebenpunkt-Marienkäfers auf einem Blatt (Coccinella septempunctata)

Es beginnt mit der Siebenpunkt-Larve.

Am 22. Mai beschließt die Larve sich zu Verpuppen und klebt sich so exponiert an die Hausmauer in die Sonne, dass ich sie nicht übersehen kann. Gleich neben der Balkontür. Zudem noch im perfekten Winkel für mein Makroobjektiv. Als hätte sie es gewusst.

So befestigt verbringt die Larve ihren ersten Tag an der Wand. Am Abend bin ich zufällig noch einmal draußen. Da sieht sie schon so aus:

Verpuppte Marienkäferlarve

Und am nächsten Morgen so:

Verpuppte Marienkäferlarve an Hauswand

In diesem Zustand bleibt sie tagelang. Eigentlich will ich von der Puppe jeden Morgen ein Foto machen, aber es wird mir zu langweilig. Äußerlich tut sich nichts. Schon denke ich, die Larve sei verschmort – immerhin brennt den ganzen Tag die Sonne auf die Mauer. Andere auf dem Balkon verpuppen sich in der Regel in den Pflanzen. Außerdem ist mir ihr Aussehen nicht geheuer. Diese schwarze Rüstung mit den Spalten im Rücken. Gruselig. Vielleicht, um Fressfeinde abzuschrecken?

Ein Marienkäfer zum Kaffee

Heute morgen passiert es dann:

Siebenpunkt-Marienkäfer schlüpft

Eigentlich wollte ich ganz entspannt meinen Kaffee in der Morgensonne genießen. Der Käfer hatte andere Pläne.

Die Flügel sind kurz nach dem Schlupf noch nicht ausgehärtet und bekommen erst später ihre eigentliche Farbe. Am Kopfschild mit den beiden hellen Flecken ist aber schon zu sehen, dass das hier sehr wahrscheinlich ein Siebenpunkt-Marienkäfer ist.

Frisch geschlüpfter Siebenpunkt-Marienkäfer
Noch trägt er keine Punkte. Es dauert aber kaum eine Stunde, bis sie deutlich zu sehen sind.

Die Flügeldecken müssen aushärten. Ganz wichtig ist es aber auch, das darunter liegende Flügelpaar zu entfalten und zu trocknen:

So geht das eine Weile. Unser Freund lässt sich die Sonne auf die Flügel scheinen. Zieht sie dann langsam wieder ein und sitzt eine Weile nur so da. Ich gehe frühstücken.

Viel Glück, Kleiner!

Als ich wieder auf den Balkon komme, hat der Käfer fertig gedöst. Noch ein freundlicher Blick in die Kamera, Punkte präsentieren – und dann aber nix wie los ins Grüne.

Wir werden uns auf dem Balkon bestimmt noch häufiger begegnen.

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